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Chromatische Harfe

Diese kreuzsaitige Harfe zeichnet sich durch eine große Bandbreite an dynamischen und technischen Möglichkeiten aus.

Kreuzsaitig

Chromatische Harfe nach dem 6/6-System

Was ist eine chromatische Harfe?

Kennzeichen einer chromatischen Harfe ist, dass jeder Ton der chromatischen Tonleiter eine eigene Saite bekommt. Bei diatonischen Harfen gibt es pro Oktave sieben Stammtöne; chromatische Töne entstehen dort durch Haken, Pedale oder andere Mechaniken.

Chromatische Harfen können mehrere parallele oder gekreuzte Saitenreihen haben. Bei kreuzbesaiteten Harfen sind beide Ebenen von beiden Seiten gut erreichbar.

Die chromatische Harfe von Henrik Schupp ist eine 6/6-Kreuzsaiten-Harfe mit weitem Saitenabstand, vollem Klang und einer großen Bandbreite an dynamischen und technischen Möglichkeiten.

Die Geschichte der kreuzsaitigen, chromatischen Harfe

Spanische Renaissance

Spanische Renaissance

Die erste kreuzsaitige Harfe wurde vermutlich im späten 16. Jahrhundert in Spanien gebaut. Sie ist unter dem Namen „arpa de dos órdenes“ bekannt.

Sie wurde sowohl in liturgischer als auch in weltlicher Musik gespielt und blieb bis ins späte 17. Jahrhundert verbreitet. Später wurde sie in der höfischen Musik von Instrumenten wie Cembalo und Laute verdrängt.

Der englische Harfenist Andrew Lawrence-King hat viel zur Wiederbelebung dieses Instruments und seines Repertoires beigetragen.

Französische Romantik

Französische Romantik

Pleyel & Wolff bauten in Paris eine kreuzbesaitete Harfe nach Proportionen der Pedalharfe. Entworfen wurde sie von Gustave Lyon und bekannt wurde sie als „harpe chromatique“.

Eine Saitenreihe bildet die sieben Stammtöne ab, die andere die fünf chromatischen Töne. Claude Debussy komponierte für dieses Instrument.

Da die Produktion in den 1930er Jahren eingestellt wurde, wurden diese Instrumente selten. Vanessa Gehrkens setzt sich heute für den Erhalt dieser Harfe ein.

Moderne Kreuzsaiten-Harfen

Moderne Kreuzsaiten-Harfen

Die 7/5-Kreuzsaiten-Harfe wird heute in kleinerer Ausführung nachgebaut, besonders in Amerika. Wer mit dem Klavier vertraut ist, findet sich auf dieser Anordnung schnell zurecht.

Unabhängig voneinander entstanden in Deutschland durch Christoph Pampuch und in Amerika 6/6-Harfen. Hier kreuzen sich zwei um einen Halbton versetzte Ganztonreihen.

Dadurch bleiben Fingersätze für gleiche Akkorde gleich und musikalische Strukturen werden sehr klar erfahrbar. Das Instrument eignet sich besonders für moderne Musik, Jazz und modulierte Musik.

Durch die symmetrische Bauweise kommt die Harfe ohne Halbtonmechaniken aus. Das macht sie leichter, weniger anfällig und dennoch sehr vielseitig.

Mit fünf Oktaven und 61 Saiten hat Henrik Schupps chromatische Harfe den Tonumfang einer großen keltischen Harfe und bleibt trotzdem transportabel.

Vielen Dank an Rheidun Schlesinger für die Erstellung des historischen Artikels.

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